DER GOTT DER ZEIT

Kronos, der Bruder von Valkyn (dem Allvater) und Yaga, ist der wohl geheimnisvollste und unnahbarste aller Götter. Man sagt, seine Geburtsstunde ward, als der Allvater Lyessa, die Schlangenmutter, spann und somit die Zeit und das Gewölbe der Fünf Himmel schuf. Dies war der Anbeginn des ersten Zeitalters.

Nichts ist über die Umstände bekannt, wie Kronos Malekai, den Prinz der Schatten, zeugte. Niemand weiß, ob es seiner Scham oder Arglist geschuldet ist, dass der Herrscher der Zeit seinen (wohl) einzigen Erben verschmähet.

Bar einer fassbaren Form oder Antlitzes, erscheint Kronos den Sterblichen im Traume und den Wahnsinnigen in Visionen. Manch einer behauptet, sein Gesicht sei die tiefste Dunkelheit, andere sprechen von einer endlosen Leere. Ein Blick in sein Gesicht bedeutet, dass der arme Sünder Zeuge seines eigenen Todes wird, gewiss, dass sein Ende naht und es außerhalb seiner Macht steht, dem etwas entgegen zu setzen.

Der stille und grüblerische Gott beobachtet die Reiche der Menschen mit seinem zeitlosen und gleichgültigen Blick. Kronos ist sich alles gewahr: Er richtet jede Seele zu jeder Zeit, ist Zeuge eines jeden Lebens, doch greift nie selbst in die Geschicke von Göttern und Sterblichen ein - mit einer Ausnahme.

Als Gaea ihren letzten Atemzug tat, als die Himmel von einem ohrenbetäubenden Dröhnen erfüllt waren - ein Klang der dem Schlag eines Hammers auf einen Amboss gleich kam - sahen diejenigen, welche zum Firmament blickten, dass der Mond in 1000 Teile zerbarst ward.

Und dahinter lag der Schatten eines Schattens, der undeutliche Schemen von Kronos, dem Wächter.

Dies ist das Rätsel, welches Barden und gelehrte Astronomen seither zu lösen versuchen: Was geschah an diesem Tage? Ward er es, der den Mond sprengte? Oder ward er nur da, um Zeuge dieser Tat zu sein?

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