GASTARTIKEL: DAS VERTRAUENSSPEKTRUM

GASTARTIKEL: DAS VERTRAUENSSPEKTRUM

Donnerstag, 22. März 2018

Raph Koster ist schon seit Anfang an bei Crowfall® mit an Bord. Als Design Consultant hat er eine Menge dazu beigetragen, der Spielwelt Leben einzuhauchen, und er unterstützt uns nach wie vor bei Designideen und deren Umsetzung. Er ist schon lange Teil der Videospielbranche und war Teil der Designteams für Spiele wie Ultima Online und Star Wars Galaxies. Er verfasst regelmäßig Artikel und hält Vorträge über interaktives Design. Heute freuen wir uns, euch so einen Artikel präsentieren zu können: Das Vertrauensspektrum. Wenn ihr auch nur irgendwie an der Psychologie und Soziologie hinter Videospielen und Spielsystemen interessiert seid, solltet ihr ihn euch definitiv durchlesen. Das Vertrauen zwischen Spielern und das Entwickeln eines Designsystems, das dieses Vertrauen fördert, sind zentrale Punkte im Artikel. Viel Spaß damit!

Spielentwicklung, die das Vertrauensspektrum positiv beeinflusst. Man muss dabei sehr behutsam vorgehen. Am Anfang hatten wir diese dumme Idee, dass wir Menschen durch Spieldesign zu guten Freunden machen könnten, aber aufgrund der Art und Weise wie vertrauen funktioniert, sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass wir erst Vertrauen innerhalb der Spielwelt schaffen und darauf aufbauen mussten – machbar, aber ein deutlich indirekterer Prozess. Um es kurz zu sagen: Egal, wie gut wir uns als MOBA-Team verstehen, ich würde euch nie meine Kreditkartennummer geben. Die meisten Spiele sind nicht umfangreich genug, um wahre Freundschaften zu ermöglichen. Ausnahmen sind Spiele, die eine Menge Zeit und Aufwand erfordern, wie Tabletop-Rollenspielkampagnen, MMOs und Mannschaftssport. Außerdem ergibt es wenig Sinn, Beziehungen erzwingen zu wollen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Spiel entweder nicht umfangreich genug ist, oder falls doch, dass die besagten Spieler bereits eng miteinander befreundet sind. Man kann sie nicht bitten, ihren besten Freund links liegen zu lassen, um Platz für einen neuen zu schaffen! In den meisten Fällen ist es besser, ein Spiel zu entwickeln, das mit dem bereits vorhandenen Vertrauensniveau funktioniert. Oder man muss effektiv daran arbeiten, dieses Niveau zu erhalten. In jedem Fall darf das Spiel niemals Druck ausüben, sondern sollte lediglich Möglichkeiten bieten.“

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