FEUER, STAUB UND BLUT

FEUER, STAUB UND BLUT

Donnerstag, 15. Februar 2018

Da die Überlieferung der Welt immer umfangreicher wird und miteinander verschmilzt, werden Aktualisierungen notwendig. Eine solche Aktualisierung gibt es heute: einen Zusatz zum Buch der Schöpfung – sowie einen Blick in die Entstehung von Staub und Glut – als Ergänzung zu Konzeptgrafiken des großartigen Dave Greco. Dieser Auszug ist auch auf der Seite des Valkyn im Pantheon zu finden.

Aus dem Buch der Schöpfung, Kapitel 2: 5 bis 32
5 Und Er soll bekannt sein als der Älteste der Götter, Allvater des Himmels und Er, der das Universum herbeisang. 6 Diese Titel und mehr sollen Ihm gewährt sein, denn Er sei der rechtmäßige König und ihr sollt Ihn nennen 7 Valkyn, den Uralten, Schöpfer aller Dinge und Er, der auf dem Drachenthrone sitzt.

8 Der Drachenthron ist alleinig Ihm und Ihm allein, und sei der Name falsch gewählt, denn er ist mehr Thron denn Drache. 9 In der Zeit vor der Zeit traf der Allvater auf die mächtige Hydra, die Schlange, die als der Ewige Wyrm bekannt war, 10 zwei Schlangenköpfe, die aus einer riesigen goldenen Wölbung herauswuchsen, deren Schwingen über den gesamten Kosmos reichten. 11 Und der Herr wurde von großem Zorn erfüllt, denn Er erträgt keine Schönheit, die Er nicht besitzt. Er ergriff beide Köpfe der Hydra und riss die Bestie entzwei. 12 Wo einst nur eine war, gab es nun zwei.

Die erste erhielt den Namen Yaemir, König der Schlangen. Die zweite Lyessa, Königin der Wyrm.

13 Doch der Zorn des Großen Herrn war noch immer nicht gestillt. 14 Er bog Yaemirs riesige Kiefer auseinander, stieß eine Faust in seinen Schlund und berührte endlich das Feuer tief in seinem Balg. Mit brennenden Fingern drückte Er es fest zusammen, packte es und riss es heraus: feucht, geschmolzen, lebendig.

15 Sein Feuer zerrte Er dann über die Fünf Himmel hinweg, eine Spur aus Glutbrocken hinter sich herziehend. 16 Diese waren das reine Chaos, das, was wir Geist nennen, das weiß glühende flüssige Metall, aus dem alles Leben geschmiedet wird. 17 Das Herz der Flammen befestigte Er im Westen des Himmels 18 und nannte es Sonne, als Gabe für Seinen erstgeborenen Sohn Arkon, den Herrn der Dämmerung.

19 Lyessa versuchte zu entkommen, in den Himmel aufzusteigen – doch der Große Herr war zu schnell, zu stark, zu brutal. 20 Er riss ihr die Schwingen von den Schultern, zerbrach und verknotete ihren Körper, bis Er ihren Schwanz in ihren Rachen schob und sie zum Schlucken zwang. 21 Dann stahl Er ihr Ei, das ungeborene Versprechen ihrer Brut, und schleuderte es gewaltsam in den Osten des Himmels. Dort hängt es bis heute, am äußersten Rand der Fünf Himmel, zerbrochen und kalt, still und grüblerisch. 22 Aus seinen Rissen rieselt ein feines Pulver. Diese Substanz nennen wir Staub, die reine Ordnung, das unerschütterliche Gestein, aus dem die Gebeine unserer Welt geschnitzt sind. 23 Und Er nannte ihn Mond, eine Gabe für seinen zweitgeborenen Sohn Kane, den Mitternachtsprinzen.

24 Sein Werk getan, ließ Valkyn sich auf dem Rücken Yaemirs nieder, den Leichnam der Kreatur zu seinem Thron machend. 25 Und dort saß Er, seit Urzeiten 26bis zum Tode Gaeas und dem Hunger.

26 Die Königin der Wyrm weinte bitterlich um den Verlust ihres Gefährten, ihrer Freiheit und ihrer Kinder. 27 Ihre Tränen verteilten sich über die Fünf Himmel, sie kamen als eine Flut über uns, ein ständiger Regen über Abertausende von Jahreszeiten. 28 Sie durchtränkte unser Land, bis die Wüsten zu Meeren und die Täler zu Flüssen wurden. 29 Und immer noch regnet es, denn immer noch weint Lyessa.

30 So ist die Natur unserer Welt: die Glut des Chaos und der Staub der Ordnung, göttliche Elemente, neben denen alles andere zu Schatten wird. 31 Staub fliegt über die Fünf Himmel: ohne Halt, verloren, losgelöst. Er sammelt sich um die Glut herum, verzweifelt auf der Suche nach einem Halt. 32 Er sucht nach dem verbreiteten Chaos und sammelt sich daran wie Eisen an einem Magneten.


So steht es geschrieben, im Buch der Schöpfung, und so ist es in unseren arkanen Künsten verankert. Tief in der Vergangenheit lernten die Größten unserer Magier, diese Elemente zu nutzen. Sie lernten, raffinierte Relikte zu schaffen: mit Staub gefleckte Hüllen, die stärker sind als der härteste Stein. Relikte mit Glut darin, um die feurige Kraft des Chaos zu konzentrieren. Das ist Zauberkunst in ihrer reinsten Form: Klingen, die immer scharf bleiben, Schilde, deren Härte sie unbezwingbar macht, und Pfeile, die unbeirrt ihren Weg durch Metall, Holz und Knochen finden. Das sind die von Menschen gemachten Artefakte, die durch die Nutzung göttlicher Elemente die wahre Kraft in sich tragen.

Aber, ist dies eigentlich so anders als das Leben? Auch unsere Welt ist daraus gesponnen, Bäume, Tiere, Erde ... sogar der Mensch. Denn wir sind uns doch ganz ähnlich, oder nicht?

Wir sind nicht mehr und nicht weniger als das größte der arkanen Wunder. Wir sind sterbliche Hüllen für den lebendigen Geist. Wir sind die Ordnung, die das Chaos bindet. Wir sind die Glut, die vom Staub eingeschlossen wird.

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