So sage mir, mein junger Schüler, verstehst du es wirklich nicht, oder möchtest du nicht sehen?

Wir leben in einer Welt der Gegensätze. Für jedes Ding gibt es ein Gegenteil. Dunkelheit und Licht, Mond und Sonne, Leben und Tod. Was also denkst du, ist das Gegenteil von Feuer? Eis?

Nein, mein törichter Schüler. Das Feuer ist die Aktion, der Rauch das Ergebnis. Das Gleiche gilt für das Eis – dieses ist nicht die Aktion. Das Gegenteil von Feuer ist Frost. Der Frost ist die Aktion, das Eis das Ergebnis.

Erkennst du nun den Makel unseres Universums? Zerrüttet von Anfang an, als der Allvater seinen beiden ersten Söhnen seine Gaben darreichte.

Arkon, seinem Erstgeborenen, gab er das Feuer. Doch welchen Nutzen hat der chaotische Malstrom des Feuers für den Gott der Ordnung? Was ist das Feuer, wenn nicht Chaos, das alles verschlingt, womit es in Berührung kommt, das alles zerbersten und vergehen lässt?

Seinem zweiten Sohn, Kane, gab er den Frost. Doch welchen Nutzen hat der Frost – unendlich still, verschlossen und starr, wunderschön, kristallklar, unberührt von der Zeit – für den Gott des Chaos, den Meister der Schmiede?

Einem die Sonne, die ihm nichts nützt, dem anderen den Mond, für den er keine Geduld aufbringt.

Viele Jahre habe ich versucht, dich zu lehren. Vergeblich, wie ich sehe.

Unsere Zeit geht ihrem Ende entgegen. Das Götterlied hat zwei Teile: Das Lied der Kreation – Musik, die sich von den Mächten des Chaos treiben lässt – und die Worte der Macht, unveränderliche Beschwörungen der Ordnung, die unsere Welt zusammenhalten.

Suche dir einen neuen Meister. Womöglich ist dein unsteter Geist bei Ersterem besser aufgehoben. Ganz offensichtlich bist du nicht für Letztere geschaffen.

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Sie pflückt eine Rose vom Busch und dreht sich dann zu ihm um. Schneeflocken fallen leise und sanft auf den Innenhof, gefrorene Statuen sind Zeugen ihres Gesprächs. Sie pustet ganz leicht auf die Blume, und weißes Eis bedeckt den Stiel. Die Farbe entweicht aus den Blütenblättern. Zurück bleibt eine Blume aus Kristall, aus vereistem Glas.

Der Schüler schaut von seinen Büchern auf, reibt sich seine Augen im schwachen Kerzenlicht, das auf die Wände voller Bücher, die ihn umgeben, fällt. Er spricht ein Wort, und das Wasser erhebt sich in einem Wirbel aus der Schüssel, bevor es die Gestalt eines Drachen annimmt. Er lächelt und lehnt sich zurück, zufrieden, dass sich seine Fähigkeiten langsam verbessern.

Frostweber praktizieren die magische Kunst der Cryomantie. Sie sprechen uralte Worte der Macht, um Wärme zu entziehen, Wasser gefrieren zu lassen und Eis und Schnee zu formen. Seit dem Tode Gaeas haben die Frostweber mit diesem natürlichen Gegengewicht zur Kunst der Pyromantie an Macht und Ansehen gewonnen. Wenn eine Welt beginnt, die Auswirkungen des Hungers zu spüren, wird dies aus unerklärlichen Gründen immer mit dem Einsetzen eines unnatürlichen Winters eingeläutet.

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